Die Anwohner des Sihlquais wollen nur eines: Dass der Strassenstrich verschwindet.
Einen Sommer noch müssen die Sihlquai-Anwohner den Strassenstrich mindestens ertragen. Dann zügelt er an den Depotweg in Altstetten – falls die Stimmberechtigten am 11. März Ja sagen und sich die drei Rekurse gegen den Strichplatz schnell erledigen lassen. Verständnis für den Widerstand hat am Sihlquai niemand. «Das ist ein bigotter Aufstand», hiess es gestern Abend an einer Informationsveranstaltung im Quartier.
Trotz neuer Massnahmen hätten sich die Probleme kaum entschärft. Die Anwohner berichteten von herumliegenden Kondomen, Geschrei, lauter Musik aus Autoradios, Freiern, die Frauen oder gar Mädchen aus dem Quartier anmachen, Prostituierten, die den Weg zum Hauseingang versperrten. Alle rund 50 Teilnehmer hätten den Strassenstrich am liebsten sofort verboten: «Seit über 20 Jahren warten wir darauf.»
Härteres Vorgehen gegen die Freier gefordert
Da dies nicht möglich ist, konnten sie den Vertretern von Polizei, Sozialdepartement und Stadtreinigung ihre Anliegen vortragen. Diese lauteten etwa: Mehr Bussen für Freier, die das Halteverbot missachten, stärkerer Schutz der benachbarten Schulhäuser und Jugendtreffs, Gebühren für Prostituierte, häufigere Polizeikontrollen und allgemein ein härteres Vorgehen gegen die Freier.
Die städtischen Vertreter versprachen, alles zu unternehmen, was das Gesetz erlaube. Der Sihlquai bleibe ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit, man versuche, die neuen Anschaffzeiten konsequent durchzusetzen und kontrolliere regelmässig die Autofahrer. «Aber ununterbrochen vor Ort zu sein, dafür reichen unsere Kapazitäten nicht.» Auch die Stadtreinigung wird weiterhin täglich putzen, wenn nötig hilft sie auch in privaten Innenhöfen mit, die eigentlich nicht zu ihrem Gebiet gehören.
Auf die Frage, was passiere, wenn das Volk den Strichplan ablehne, sagte eine Polizeivertreterin: «Es gibt keinen Plan B. Wir setzen voll darauf.» Die Sihlquai-Anwohner tun es auch.
Der hoffentlich letzte Sommer - News Zürich: Stadt Zürich - tagesanzeiger.ch