Stadtrat in Hohenems lehnte Ansuchen eines potenziellen Betreibers ab
Bregenz - In Vorarlberg wird es auch in nächster Zukunft kein legales Bordell geben. Der Stadtrat in Hohenems lehnte am Dienstagabend das Ansuchen eines Unternehmers auf Bewilligung eines entsprechenden Betriebs mit 7:1 Stimmen ab, teilte die Stadt in einer Aussendung mit. Als Grund für die Zurückweisung führte die Stadt das Sittenpolizei-Gesetz des Landes an.
Im Sittenpolizei-Gesetz heißt es, dass ein Bordell bewilligt werden kann, "wenn dies geeignet erscheint, durch gewerbsmäßige Unzucht hervorgerufene Störungen einzuschränken". Das wäre aber - so die Ansicht des Stadtrats - nicht der Fall. Eher wäre vom Gegenteil auszugehen, zeigte sich der Stadtrat bezüglich der mit Prostitution verbundenen Begleitkriminalität besorgt. Bürgermeister Richard Amann zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden.
Volksabstimmung vorgeschlagen
Im Vorfeld der Abstimmung hatten die einzelnen Parteien um eine Positionierung zum Thema zum Teil regelrecht gerungen. Horst Obwegeser von der FPÖ etwa schlug eine Volksabstimmung vor. Am Ende befanden aber dennoch alle außer der Liste "Emsige und Grüne", dass die Nachteile die Vorteile - Steuereinnahmen inklusive - überwiegen würden. In von den Vorarlberger Medien eingefangenen Stimmungsbildern hatten sich die Hohenemser Bürger gegenüber einem Bordell allerdings durchaus aufgeschlossen gezeigt.
Als einziger Bordell-Befürworter im Stadtrat fand Bernhard Amann (Liste "Emsige und Grüne") deftige Worte für die Haltung seiner Kollegen. "Ich bin maßlos enttäuscht, dass man im 21. Jahrhundert so ein Projekt überhaupt in derartiger Weise noch diskutieren muss. Dieses Ergebnis ist eine Niederlage für eine moderne Gesellschaft", wurde Amann in den "Vorarlberger Nachrichten" zitiert.
Damit wird es in Vorarlberg in nächster Zukunft weiterhin kein legales Bordell geben, womit auch die Prostitution (im Sittenpolizei-Gesetz: "gewerbsmäßige Unzucht") verboten bleibt - diese ist nämlich nur in einem Freudenhaus erlaubt. Zuletzt war 2003 in der Bodensee-Gemeinde Hard ein diskutiertes Projekt am Widerstand der Kommune gescheitert. Schätzungen zufolge gibt es in Vorarlberg 75 bis 100 Geheimbordelle. Laut Polizei trifft auf diese Angebote aber eher der Begriff "Hausfrauenstrich" denn Bordell zu.
Weiterhin kein legales Bordell in Vorarlberg - Österreich-Chronik - derStandard.at